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Ich bin vor knapp einem Jahr aus meinem Job ausgebrochen, weil ich Veränderung gesucht habe. Aber nicht die Veränderung die sich durch einen neuen Job einstellt hätte und bald wieder zur Routine geworden wäre. Ich habe die stetige Veränderung gesucht. Ich habe sie gebraucht wie der Süchtige seinen Stoff. Am Ende war ich ziemlich verzweifelt, weil meine Arbeitstage immer gleich aussahen. Verzweifelt ist noch nicht einmal übertrieben.

Ich habe also gekündigt um meine stetige Veränderung zu bekommen (diese Entscheidung habe ich nicht übers Knie gebrochen). Diese Veränderung habe ich auch bekommen. Noch immer. Jeder Tag ist anders. Jeder Tag sollte anders sein. Die ganze Welt steht mir offen. Ich muss nur durch eine dieser vielen Türen gehen. Oder wenn nicht durch die, dann durch die nächste. Durch so viel Freiheit, habe ich mich einfach auf den gemütlichen Sessel vor diese Türen gesetzt und habe gewartet. Ich habe mir gesagt dass ich bestimmt bald anfangen werde zu leben und meine Freiheit zu feiern.

Ich bin aufgewacht. Ich hoffe nicht dass ich nur blinzle und gleich wieder auf dem Sessel einschlafe.

Mir ist bewusst geworden, dass mich die ABSOLUTE Freiheit einschüchtert. Ich habe auf die tägliche Veränderung verzichte, weil ich Angst vor so viel Freiheit hatte. „Kann ich das überhaupt alles?“, „Gibt es bessere als mich?“, „Bin ich klug genug dafür?“ „Dann fange ich am besten erst morgen damit an.“ Aber morgen war gestern und gestern ist schon viel zu spät.

Jetzt habe ich in der aktuellen Flow einen Artikel über Routine gelesen. Man soll die Routine durchbrechen und etwas neues erleben. Der Mensch ist von Natur aus ein Herdentier. Neue Dinge alleine ausprobieren? Das würde ihn zu weit von der Herde weg katapultieren. Also lieber alles so belassen wie es ist. Jetzt kam ich aber zu dem Umkehrschluss: Wenn ich viel zu viel Freiheit habe und ich nicht in einer Herde stecke (in Bezug auf meinen Job), dann kreise ich gefühlt wie ein Astronaut im Weltraum umher. Schwerelos und ohne jeglichen Bezug. Ich schwebe und kann mich nicht steuern. Ich habe nichts woran ich mich festhalten oder abstoßen kann. Was benötige ich also? Routine. Sinnvolle Routine. Die Routine wird mein Anker am Raumschiff. Ich behalte meinen sicheren Hafen, der mir durch seine Sicherheit viel Mut gibt. Und ich kann an dem langen Seil in meiner neu gewonnenen Freiheit umher schwirren und die Welt erkunden.

Seid ihr selbstständig? Wie war das am Anfang bei euch? Wie gestaltet ihr euren Tag?

Posted by:hello danane

2 replies on “Life of a Freelancer – The Beginning

  1. Schön beschrieben und überhaupt ein ganz toller Blog, werde nun öfter mal vorbeischauen. 🙂
    Ich arbeite zur Zeit noch als Social Media Redakteurin, will mich aber ab Januar als Reisejournalistin- und bloggerin selbstständig machen. Ich bin ein bisschen aufgeregt, ob ich es schaffe mir damit meine Existenz zu sichern, aber vor allem in freudiger Erwartung und warte jetzt nur noch auf den Startschuss mich mit vollem Elan ans Werk zu machen. 🙂

    Ganz lieben Gruß,
    Sarah

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  2. Das klingt super spannend, kannst du in einem Blog-Beitrag deine Routine beschreiben, oder was für dich die wichtigen Punkte darin sind? Besonders als Freelancer habe ich – sobald kein Job da ist – das Problem so etwas wie eine Routine zu entwickeln. Und alles lenkt mich wahnsinnig leicht ab und ich habe das Gefühl mich zu verlieren. Vielen Dank!!!

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