Reise_Real_Talk Hello Danane.JPG

Dieser Text geht raus an alle die denken das Leben der anderen wäre immer in Sonnenlicht getaucht und man müsste selbst immer alles im Griff haben.

Wir stehen kurz vor unserem Reiseantritt. Ich fühle mich beschissen. So richtig beschissen. Im Moment schlagen zwei Herzen in meiner Brust. Ein Herz, das vorher so unermüdlich laut für Freiheit und Unabhängigkeit geschlagen hat, schlägt schon seit einer geraumen Zeit nur noch sehr sanft. Manchmal bleibt es sogar für ein paar Momente stehen und versucht sich hinter dem Anderen zu verstecken. Vor dem das sich gerade in den Vordergrund stellt und schreit: „Sicherheit, Routine, Sicherheit, Routine.“ Mein Abenteuerherz hat sich zu einem kleinen Krümel verwandelt. Durchweicht von den vielen Tränen die schon geweint wurden (Gefühle zulassen rockt, lasst euch nix anderes erzählen). Das andere Herz, rot und saftig freut sich. Denkt es doch gewonnen zu haben. „Ich habe wieder einmal die Oberhand.“, denkt es sich.

Fast hätte es die auch. Vor 20 min. saß ich mit einer sehr guten Freundin zusammen (danke, danke, danke für deine Ohren) und habe mein Herz ausgeschüttet. Das Sicherheitsherz war auch in diesem Gespräch wieder das Stärkere. Sätze wie: „Ich wäre gern mal wie die Blätter an einem Baum.“, oder „Kann er nicht mal der Baumstamm sein.“, sind gefallen.

Nach unserem gemeinsames Mittagessen ging ich im strömenden Regen nach Hause. Dort angekommen schoss es mir plötzlich wie durch Geisterhand durch die Hirnwindungen. Keiner muss oder soll für mich der Baumstamm sein und mich tragen. Ich muss mich selbst wieder tragen können. In einer Beziehung (mit dem Partner und auch die freundschaftlichen) ist es nie nur ein Baum den es gibt. Jeder ist sein eigener Baum. Nur habe ich in letzter Zeit versucht nur die Blätter sein zu wollen. Die Verantwortung für meinen eigenen Baumstamm, der in den letzten Monaten zu einem  winzigen Umfang zusammen geschrumpelt ist, habe ich versucht abzugeben. Anstatt ihn zu trainieren. Habe Dinge akzeptiert. Habe mir Sätze eingeredet wie:“ Hej, ich bin doch hochsensibel, ich kann nicht anders.“ Habe Eigenschaften in den Vordergrund gerückt, die mich immer kleiner werden ließen.

Um aus diesen kleinen Baumstamm wieder einen tragenden zu machen, der die Fülle an Blättern wieder im Wind spielen lassen kann anstatt immer und immer wieder Angst zu haben das er einknickt, ist es zwar noch ein weiter Weg. Doch ich habe das Gefühl diese Aufgabe in Angriff nehmen kann.

Ich werde mich jetzt darin üben Verantwortung abgeben zu können. Mich darin bestärken dass es nicht falsch ist um Hilfe zu bitten. Dass es niemals schlimm ist zu seinen Schwächen zu stehen. Das eine hohe Anzahl von Gefühlen manchmal überfordern sein kann, aber auch eine riesige Bereicherung darstellt. Das ich wichtig bin. Und das ich ab jetzt wieder die Selbstliebe ganz groß schreiben werden (nein, nicht die die das Ego füttert). Denn wann kann man einen anderen Menschen lieben? Wenn man sich selbst liebt. Und auch ich kann das Leben erst wieder lieben, wenn ich mich selbst liebe.

 

Bild: Hello Danane

 

 

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